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Bedrohtes Paradies
von HEST (29.2.2004, 10:44)

Fischer legen auf Galápagos die Arbeit von Forschern und Artenschützern lahm. Seit einer Woche blockieren Fischer auf Galápagos die Arbeit der Nationalparkverwaltung und der Charles Darwin Forschungsstation. Sie fordern, dass Fischereibeschränkungen gelockert werden müssten, meldet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Einzelne versuchten so, in einem der wichtigsten Meeresschutzgebiete der Erde massiv ihre kommerziellen Interessen gegen internationale Naturschutzbemühungen durchzusetzen. In einem offenen Brief an Ecuadors Präsident Lucio Gutiérrez drückte die ZGF ihr Entsetzen über die Untätigkeit der Behörden aus.

Mit dem weltweiten Rückgang der Fischbestände scheinen die Bandagen härter zu werden, mit denen Fischer für ihre Interessen kämpfen, so die Artenschützer der ZGF. Bereits vor drei Jahren hatten sie erfolglos versucht, eine Erhöhung der Fangquoten für Hummer und Seegurken zu erzwingen. Nun blockieren Fischer die Zufahrten zur Charles Darwin Forschungsstation und den Büros des Nationalparks auf den Galápagos-Inseln Santa Cruz und Isabela und verhindern damit jegliche Arbeit der beiden Institutionen. Hunderte von Mitarbeitern können nicht mehr an ihren Arbeitsplatz.

Mit ihren Forderungen versuchen die Fischer Entscheidungen der "Junta de manejo participativo“, eines Gremiums für ein gemeinsames Management, zu unterlaufen. In diesem Gremium sind alle Interessensgruppen vertreten (Naturschutz, Tourismus, Fischerei) und es legt die Regeln für das Management des gesamten marinen Schutzgebietes fest. Die Forderungen der Fischer umfassen die Abschaffung der Fischereibeschränkungen innerhalb des Marinen Reservats, die freie Langleinenfischerei, die Einstellung der Strafverfolgung bei Verstößen gegen die Fischereigesetze genauso wie die Absetzung des Nationalparkchefs.

Eine unbeschränkte Fischerei wäre das Aus für die einmalige Unterwasserwelt von Galápagos und widerspricht dem Ziel des Meeresschutzgebietes. Der Überfischung würde damit Tür und Tor geöffnet, befürchten Artenschützer.

Galápagos ist als Weltnaturerbe nicht nur eines der letzten großen intakten Naturgebiete der Erde, es ist auch ein sehr empfindliches System. Die Fischer drohen bereits mit Ökosabotage, etwa Ziegen auf unbewohnten Inseln auszusetzen und damit Naturschutzbemühungen mit einem Schlag zu vernichten. Die Ziegen fressen die Inseln kahl und bedrohen gefährdete Arten wie Riesenschildkröten und Landleguane. Bislang sind die Behörden vor Ort nicht eingeschritten und lassen die Besetzer gewähren, die eine „Radikalisierung“ ihrer Proteste bereits angekündigt haben.  


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