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Pottwale bekommen Taucherkrankheit
von HEST (7.1.2005, 18:21)


Trotz Millionen Jahre langer Anpassung an das Leben im Meer sind Pottwale nicht gegen die Taucherkrankheit gefeit wenn menschliche Einflussnahme ihren Lebensraum verändert. Entsprechende Belege präsentieren zwei amerikanische Biologen im Magazin "Science". Knochen- und Knorpelläsionen an den von ihnen untersuchten Skeletten lassen vermuten, dass aus dem Gewebe ausperlende Gasblasen den Walen zusetzen.

"Scheinbar sind Pottwale weder anatomisch noch physiologisch immun gegen die Effekte des Tauchens in großen Tiefen", schreiben Michael Moore und Greg Early von der Woods Hole Oceanographic Institution. Der Befund werfe ein neues Licht auf jüngste Berichte, denen zufolge starke Sonarpulse bei Walen Symptome der Dekompressionskrankheit auslösen können. Offenbar veranlassten die intensiven Schallwellen die Tiere, lange Zeit an der Oberfläche zu bleiben, sodass sie Schäden durch Stickstoffbläschen in ihrem Gewebe davontrügen.

Derartige Gasbläschen perlen aus Blut und Gewebe menschlicher Taucher aus, wenn diese rascher auftauchen, als sie den Stickstoff ausatmen können. Als Folge kann es zum Verschluss von Blutgefäßen, Nervenschäden und zum Absterben von Gewebe kommen, unter anderem von Knochengewebe. Symptome einer solchen dysbaren Osteonekrose fanden Moore und Early auch an 17 vollständig oder teilweise erhaltenen Skeletten von Pottwalen (Physeter macrocephalus). Die Überreste stammten aus Atlantik und Pazifik und waren über einen Zeitraum von 111 Jahren gesammelt worden.

Die Schäden zeigten sich in Form zahlreicher feiner Vertiefungen und Substanzverluste an der Oberfläche der Knochen, berichten die Forscher. Besonders ausgeprägt waren sie an Schädelknochen und Schultergürtel sowie an den Ansatzflächen von Rippen bzw. Wirbelbögen an der Wirbelsäule - zudem waren große, alte Pottwale stärker betroffen als kleine, jüngere Tiere.

Zwar könne eine solche Osteonekrose beim Menschen auch andere Ursachen haben, so Moore und Early. Da die Schäden an sämtlichen untersuchten Walskeletten aufgetreten seien und die Tiere häufig rasch auftauchten, seien Gasblasen infolge einer Dekompression die wahrscheinlichste Ursache.


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